Neu in der "Hall of Fame": Albrecht Henning und Herbert Kaufmann

18.05.2017

Als neue Mitglieder wurden in die „Hall of Fame Ophthalmologie“ aufgenommen: Dr. med. Albrecht Henning (links) und Prof. Dr. med. Herbert Kaufmann (rechts)

In die 2014 von den Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) gegründete virtuelle "Hall of Fame Ophthalmologie" wurden im Rahmen des DOC-Kongresses 2017 mit Dr. med. Albrecht Henning (Berlin) und Prof. Dr. med. Herbert Kaufmann (Gießen) zwei weitere Ophthalmologen aufgenommen. Die Ehrung erfolgte in Anerkennung für ihr herausragendes Lebenswerk und ihre besonderen Verdienste um die Augenheilkunde.

Dr. med. Albrecht Henning

Dr. med. Albrecht Henning widmete sein ganzes Berufsleben den Menschen im Himalaya: Von Juli 1982 bis August 2006 war er als Augenarzt in Lahan in Nepal tätig und baute dort im Auftrag der Christoffel Blindenmission (CBM) die augenmedizinische Versorgung in Südost-Nepal auf. Es schuf im Laufe der Zeit eine Augenklinik in Lahan mit 410 Betten und 3 Außenstationen. Außerdem wurden eine Augenklinik in Biratnagar und weitere Außenstationen eröffnet. A. Henning führte über 120000 Augenoperationen, davon 115000 Kataraktoperationen aus und entwickelte die sogenannte "sutureless small incision cataract surgery" wie auch die "Fishhook Technique" der Kataraktentbindung. Er bildete international viele Ophthalmologen aus, allein in Nepal mehr als 700 Augenärzte und war Fachberater für die CBM. Ende April 2012 trat er in den Ruhestand und übergab das Projekt an seinen nepalesischen Nachfolger.

Prof. Dr. med. Herbert Kaufmann

Das Berufsleben von Prof. Dr. med. Herbert Kaufmann war der Strabologie gewidmet. Ab 1978 war er Direktor der Universitätsaugenklinik für Schielbehandlung und Neuroophthalmologie Gießen. Nach der 2001 stattgefundenen Vereinigung seiner Klinik mit der zuvor von Prof. Dr. Karl-Wilhelm Jacobi geführten Klinik für "Allgemeine Augenheilkunde" zum "Zentrum für Augenheilkunde der Universität Gießen", leitete Herbert Kaufmann diese neue Institution bis 2007. In der gesamten Zeit stand er der Lehranstalt für Orthoptistinnen vor. Während dieser Zeit baute er das Renommee der Gießener Klinik als "Mekka der Strabologie" weiter aus und setzte vor allem hinsichtlich innovativer und verfeinerter Operationsverfahren und -dosierungen bei Schielerkrankungen, Augenmuskelparesen und Nystagmus neue Maßstäbe. Herbert Kaufmann ist Gründungsmitglied der Bielschowsky-Gesellschaft für Schielforschung und Neuroophthalmologie und war von 1997 bis 2001 deren Vorsitzender. Über viele Jahre hinweg war er als Herausgeber für die "Proceedings" der "European Strabismological Association" und die "Ophthalmologica" tätig sowie als Mitherausgeber der "Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde". Außerdem leitete er lange Zeit den Arbeitskreis Strabologie im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Seine wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten strabologischen Themen. Insgesamt sind es etwa 300 Publikationen, darunter 200 Originalarbeiten, die er zumeist als Erst- oder Alleinautor veröffentlicht hat. Außerdem ist H. Kaufmann als Herausgeber und Autor des Standardwerkes "Strabismus" mit bislang 4 Auflagen (5. Auflage in Vorbereitung) bekannt. Herbert Kaufmann nahm seine Aufnahme in die "Hall of Fame" sichtlich erfreut entgegen. Er betrachte diese auch als Auszeichnung aller anderer strabologisch und neuroophthalmologisch tätiger Augenärzte und hoffe, dass diese ophthalmologische Subdisziplin wieder jene Anerkennung erhalte, die ihr während seiner Berufstätigkeit entgegengebracht worden sei.

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